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Der Sippen-Ovoo von Galsan Tschinags sollte auf Geheiss der Ahnengeister neu aufgeschichtet und hergerichtet werden. Mit kleinen Transportern wurden Steinplatten zum Ovoo gebracht. Viele helfende Hände haben gearbeitet und gewirkt.


Lesen Sie hier alles über die Bedeutung eines Ovoos für die Nomaden und die Zeromonien und die Feier.
Wer durch die Steppe, Täler und Berge der Mongolei fährt, kommt immer wieder an mehr oder weniger grossen «Steinhaufen» vorbei, die mit farbigen Hadaks (Gebetstücher) oder Stofffetzen, die als Wunschtücher gelten, geschmückt sind. Kein Mongole fährt an einem Ovoo vorbei, alle halten an und umrunden ihn drei Mal, dabei legen sie drei kleine Steine auf den Haufen und murmeln ein leises Gebet.

Was ist ein Ovoo und was ist die Bedeutung eines Ovoos für die Nomaden?

Im Frühjahr haben die Menschen mit Steinen oder Ästen Haufen an bestimmen Stellen aufgeschichtet, um den Weg, den Ort, die Grenze oder sogar eine mögliche Gefahr zu markieren.

Die frühzeitlichen Menschen haben auf das Holz Striche oder Bilder gemalt und daraus entstand die Schrift und aus dem Steinhaufen der Ovoo. Ovoo bedeutet Haufen.

Später haben die Schamanen an den Stellen, wo sie den Kontakt mit den Geistern des Ortes herstellten, einen Ovoo erstellt. Ausserdem glauben sie, dass Berge, Flüsse, Pflanzen,Tiere, Wälder, also alles in der Natur, einen Besitzer oder Eigner hat und diese leben in Ovoos.

Wer sich mit und in der Natur unangemessen verhält, der erzürnt dessen Besitzer oder Eigner und dadurch entstehen Naturkatastrophen wie der Dsud, das Sterben von Vieh und Tieren und Krankheiten kommen über das Land. Daher haben die Menschen an erhöhten Stellen Ovoos eingerichtet und die Auslese ihrer Gaben wie Milchprodukte, gekochtes Fleisch, Milchschnaps usw. wurden dort geopfert, um in der Obhut der Geister in Frieden und in Glück leben zu können. Heute werden in der Mongolei 10 grosse Ovoos über das Land verteilt alle 4 Jahre staatlich geehrt.

Viele Sippen oder Familien pflegen auch einen Familien-Ovoo. So wie die Sippe von Galsan Tschinag. Hoch über dem heiligen Schwarzen See der Tuwiner im Kharagana-Tal steht ein prächtiger Ovoo, der sehr bedeutend für die Tuwa Nomaden ist. Jeder, ob Mann, Frau oder Kind sollte mindestens einmal im Jahr dorthin gehen, seinen Kopf vor den Ahnengeistern verneigen und ein Dankesgebet sprechen.
Der Neuaufbau und die Zeromonien

Dieser Ovoo wurde vom Grossvater von Galsan Tschinag auf Geheiss einer Schamanin errichtet. Der ehrwürdige Daamal hatte fünf eigene Kinder und adoptierte 20 Waisenkinder, für die er sorgte. Der Grossvater mit Namen Hylban war bekannt für seine Grosszügigkeit und viele Menschen bekamen von ihm Rat und Unterstützung. Deshalb bekam er den Namen Daamal, was so viel wie «Häuptling» heisst. Als Hylban eines Tages vom weiten Ritt müde wurde, stieg er vom Pferd ab und legte sich auf die Steppenerde um sich auszuruhen. Im Traum sah er viele Kinder mit einem grünen Deel, die um ihn herumtantzen, sangen und spielten. Als er diesen Traum seiner Schamanin erzählte, forderte sie ihn auf, an dieser Stelle einen Ovoo zu errichten und etwas weiter unten am Berg bei einem grossen weissen Stein ein grosses Fest für die Bevölkerung auszurichten. Der Traum hatte bedeutet, dass seine Sippe und sein Volk noch grösser werden wird und dies eine heilige Stätte für die Menschen werden soll. Dieser Ovoo wird bis zum heutigen Tag gehegt und gepflegt und von den Tuwa Nomaden verehrt.

Es musste der 13. Juni sein für die grosse Ovoo Einweihung nach dem Herrichten und Aufschichten der Steine, das sagte der Mondkalender und die Geister der Schamanen. Das Volk kam und hat nach den Vorgaben der Schamanen und der Ahnengeister den Ovoo noch viel grösser und ehrenhafter gestaltet.

Galsan Tschinag und Sohn Galtai konnten wegen Corona-Richtlinien die Stadt UB nicht verlassen und so mussten sie alles aus der Ferne organisieren, instruieren und begleiten. Die Tuwa Schamanin Bambar wirkte als Botschafterin vor Ort und leitete die Rituale und der Neffe von Galsan, Enkhbayar war um die Organisation besorgt. Die beiden wirkten stellvertretend für Galsan und Galtai, waren deren verlängerter Arm und Geist.

Der Ovoo bekam die Form einer Jurte, weil in der mongolischen Welt die runde Form sehr wichtig und wertvoll ist. Als oberste Schicht wurden weisse Steine platziert. Dies, weil weiss eine sehr bedeutende Farbe in der Nomadenwelt ist. Weiss sind alle Speisen, die von den Tieren kommen und somit sind sie das höchste Gut der Nomaden und sehr wertvoll.

Zusätzlich wurde im Ovoo ein Weiden-Ast festgemacht damit dort kleine bunte Stofffetzen, als Wunsch-Tüchlein angebunden werden können.

In 13 Schritt Entfernung um den Ovoo wurden 13 kleinere Steinhaufen platziert als Opferstellen, genannt Räucher-Augen. In neun Schritt Entfernung wurde ein grosser Steintisch aufgestellt, dort können Besucher sitzen und auch die Geister finden ihren Platz am Tisch. So besagte der Plan der Geister zum Herrichten des Ovoos.

Jede Familie hat an den 13 Opferstellen, Milchprodukte, Milchschnaps, Schafsbrust und andere Opfergaben hingelegt. Die Obolusse werden über das Feuer transformiert und finden so den Weg in die andere Welt um die Ahnen- und Naturgeister zu erreichen, so glauben die Nomaden, die tief in ihrem Naturglauben verwurzelt sind. An diesem bedeutenden Tag wurde auch ein Pferd zu Ehren des Ovoos «heilig gesprochen». Das heisst, dass die Geister des Ovoos und die des Pferdes verbunden sind und die Geister das Pferd unter Obhut nehmen. Dem Pferd wurden blaue Bänder in die Mähne gebunden und es wurde im reinigenden Wachholderrauch um den Ovoo geführt. Dieses Pferd wurde danach in die Steppe freigelassen und es wird bis zum Lebensende von niemanden geritten und es darf am Ende so sterben, wie die Natur es will ohne Beeinflussung durch den Menschen.
Zum Abschluss der Ovoo Einweihung wurde im Tal ein grosses Fest gefeiert. Selbstverständlich mit den drei mongolischen Nationalsportarten, Ringkampf, Pferderennen und Bogenschiessen. Es wurde Fleisch und Milchtee gekocht und alle wurden reichlich mit den Köstlichkeiten versorgt. Jedes Kind bekam ein kleines Geschenk.
Jeder Nomade hat etwas dazu beitragen. Lange sassen sie zusammen, erzählten alte Familien- und Ovoogeschichten und jeder war zufrieden, stolz und glücklich an diesem besonderen Tag.

in Hadat: 2009 hat es mit dem Baumprojekt angefangen und hier die ersten Bäume persönlich von Galsan Tschinag und Galtai Galsan gepflanzt

Wegen Corona ist alles ausgesperrt nur der Himmel lässt sich nicht aussperren.
Aprilgruß mit frischem Schnee und selbstgepflanzten Bäumen von Galsan und Galtai

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Unsere Ziele wurden Dank des Fördervereins Mongolei e.V. und Open Hearts for Mongolia sowie aller unseren Unterstützer – Realität. Wie wollen noch mehr Heilung für unsere Erde und für unsere Mutter-Natur.
April 2021 in Hadat. Die erste grüne Straße der Mongolei außerhalb der Stadt von Menschenhand gemeistert.

Online-Sprechstunde mit
Galsan Tschinag

Wegen Covid-19-Pandemie musste Galsan Tschinag seine Reisen im 2020 absagen. Daher haben wir einige Anfragen zum Online-Videosprechstunde bekommen. Daher können Sie über Video-App wie Zoom mit Galsan Tschinag ein einzelnes Videotreffen ( eine Stunde) reservieren. Wir haben dafür eine Internet-Videoecke für Euch vorbereitet.
Für die Terminvereinbarungen und weitere Auskünfte steht unser Team unter
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